Nicht ganz tödliche Waffen

Nicht ganz tödliche Waffen
Das Hafenviertel von Waterdeep

Die Werkstatt

Zuhause geschlafen, kehrte ich am nächsten Morgen zur Gruppe zurück. Die anderen wollten neue Waffen kaufen – solche, die den Gegner nicht gleich töten. Mit meinem Hammer und meinem Dolch komme ich klar, das reicht mir eigentlich. Dann fiel ihnen ein, dass sie einen Schmied dabeihatten, der das alles günstiger hinbekam.

Ich führte sie in meine Werkstatt. Ein einfacher Knüppel, ein Stock – kein Problem. Thyra wünschte sich dagegen eine Art musikalischen Kampfstab mit Glöckchen. So etwas hatte ich nicht da. Also machten sich die anderen auf zum Markt, während ich mich an die Arbeit machte.

Die Keule gelang: Holz im Feuer gehärtet, mit Metallschleifen verstärkt. Beim Stock das Gleiche. Als ich fertig war, waren die Glöckchen immer noch nicht da, und ich hatte noch nichts gegessen. Also zum Markt, wo ich die anderen wiedertraf. Thyra drückte mir die Glöckchen in die Hand – aber ich weigerte mich, das Zeug mit mir herumzuschleppen und dabei wie ein Hofnarr zu klingeln.

Die Boten-Gilde

Die anderen wollten zur Boten-Gilde, um nach Sera zu fragen. Da ich den Weg kannte, führte ich sie hin. Kaum angekommen, war sofort jemand da, der wissen wollte, wie er uns „helfen" könnte – sprich: wie er uns am schnellsten wieder loswerden könnte. Als wir Sera ansprachen, wurde die Stimmung spürbar angespannt. Thyra fing sofort an, alles Mögliche zu erzählen, unter anderem, dass wir die Tavernen beschützen wollten. Reines Chaos.

Immerhin erfuhren wir: In der Gilde machte man sich Sorgen, Sera wurde seit zwei Tagen vermisst. Die anderen fragten auch direkt nach, welche Nachrichten Sera überbracht hatte oder überbracht haben könnte – aber darüber redete man dort grundsätzlich nicht, wenig überraschend. Zumindest war gesichert, dass man sie noch gesehen hatte, nachdem wir mit der Suche begonnen hatten.

Sie war nervös gewesen, hatte vorsichtig etwas von „vergessen" gemurmelt. Mit den Erlösern der Tiefe – was auch immer das genau war – hatte sie wohl nichts zu tun. Sehr zurückhaltend, sehr ruhig. Wir bekamen sogar ihre vermutliche Adresse. Die Leute, mit denen sie gearbeitet hatte, machten sich ebenfalls Gedanken – sie war sonst immer zuverlässig gewesen, von Problemen, Feinden oder Streit hatte niemand etwas gehört.

Die Straße, in der sie wohnte

Wir sahen uns die Straße an, in der sie vermutlich gewohnt hatte. Keine gute Gegend – hier lebten Leute, die sich nichts leisten konnten oder untertauchen wollten.

Wir trafen eine alte Frau aus der Nachbarschaft, und die anderen unterhielten sich mit ihr über Blumen und Kochen, aus welchem Grund auch immer. Es dauerte ewig, bis das Gespräch auf die vermisste Botin kam. Immerhin wusste die Alte: Sera war eine ganz Liebe gewesen und hatte seit etwa einem halben Jahr, vielleicht einem Jahr, seltsame neue Freunde gehabt. Seitdem war auch sie selbst seltsam geworden.

Irgendwann kamen Leute vorbei, verhüllt gekleidet. Niemand von uns konnte sie irgendeiner Partei zuordnen. Wir sahen uns Seras Haus noch von außen an, entdeckten aber nichts und beschlossen, zurück in die Krumme Möwe zu gehen.

Was Gregor in der Kapelle fand

Gregor erzählte, der seltsame Priester, den wir seit einer Weile im Hafen bemerkt hatten, war ein Priester des Valor. Damit wohl eher nichts, was uns betreffen müsste. Er hatte sich in der Kapelle umgesehen, den Priester aber nicht angetroffen – der war gerade nicht da. Gregor wollte zur Messe am Sonntag noch einmal hin. Beim Verlassen der Kapelle, sagte er, hatte er sich seltsam beschwingt gefühlt. Ich habe dazu keine Meinung. Kapellen sind nicht mein Fachgebiet.