Ich fragte den gefangenen Kaimesser nach meiner Werkstatt, und Gregor warf mich dafür zweimal aus dem Verhörzimmer. Thyra erfuhr mit einem Lied mehr als ich mit der Faust: Die Bande holt sich Kinder vom Kai. Ein Plan dazu scheiterte an ihrem Bart. Nachmittags ging ich Streife und brachte Alric ein paar Lagerhäuser mit.
Ich blieb in der Seitengasse, als Thyra drinnen sang, und draußen liefen zwei Kaimesser davon. Den einen traf mein Feuer zu gut, den anderen brachte Gregor lebend zur Wache. Alric Dorn bekam von mir eine Erklärung mit Reibungswärme, die anderen je drei Goldstücke, und Gregor mein Wort, dass ich Leute, die wir befragen wollen, nicht mehr anzünde.
Ich blieb zurück, räumte die verwüstete Werkstatt auf und lief für die Wache das Hafenviertel ab, ohne etwas über die Kaimesser zu erfahren. Abends erzählten die anderen: ein Runenschmied, der Wochen braucht, zwei Bibliotheken ohne Ertrag, ein Silberstück als Vorschuss und zwei Priester Moradins, die jetzt unten am Becken sitzen.
Zwei Baupläne, auf dem jüngeren fehlt ein Raum. Ein Buch, aus dem eine Seite geschnitten wurde. Also stiegen wir noch einmal hinab, und Gregor kniete drei Stunden vor dem Becken und zeichnete die Runen ab. Als ich nachts heimkam, stand meine Werkstatt offen, und im Tisch steckte ein Messer mit einem Zettel.
Nach Bad und Frühstück teilten wir uns auf: Celestina und Gregor in die Bibliotheken, Lysa und ich zur Wache. Sera schweigt noch. Dafür trage ich wieder Uniform, altes Gehalt, dazu eine Vollmacht mit Siegel. Und in einem zweihundert Jahre unberührten Buch fehlt ausgerechnet die Seite, die man braucht.
Wir folgten dem Wasser hinter die eingestürzte Stelle und fanden Sera — lebend, mit einer Platzwunde, an einem alten Wasserbecken voller Runen. Sie sagte nur ein Wort: Vergessen. Celestina hörte die Zeichen flüstern und vergaß es. Etwas kicherte im Dunkeln. Oben wartete ein Heiler mit offener Hand, und meine Kleidung brannte grün.
Diesmal stiegen wir mit Licht in den Kanal — Gregors Lampe voran, Seras Spur im Kopf. Was wir fanden, waren Ratten: zwei Wellen, acht Kadaver, Celestinas Totenglocke und mehr Feuerstrahlen, als mir lieb war. Ob die Biester verflucht waren oder bloß hungrig, blieb Streitfrage. Nächstes Mal geht es tiefer hinab.
Seras Wohnung stand angeblich offen – tatsächlich musste ich den Riegel mit dem Dolch aufbrechen. Drinnen: verschimmelter Käse, ein hastig verlassenes Zimmer und ein Zettel mit einer Brunnenzeichnung und einer dunklen Prophezeiung. Die Wache hielt uns für Einbrecher, ausgerechnet mich. Am Ende führte eine verwitterte Rune uns in einen dunklen Kanal – vorerst nur bis zur ersten Ratte.
Die anderen wollen Waffen, die niemanden gleich umbringen, und schleppen mich in meine eigene Werkstatt. Keule und Stock sind schnell gemacht, Thyras Glöckchen trage ich trotzdem nicht. Bei der Boten-Gilde erfahren wir mehr über die verschwundene Sera, bei einer alten Nachbarin noch mehr über ihre neuen, seltsamen Freunde – nur nicht, wo sie jetzt steckt.
Nach Feierabend will ich nur ein Bier in der Krummen Möwe, finde aber zwei Leichen und eine Gesellschaft, die sich selbst Ärger mit der Wache eingehandelt hat. Während Gregor erklärt und Lysa abgeführt wird, hole ich alte Kameraden zur Aufklärung. Am Ende übernehme ich die Suche nach der verschwundenen Botin Sera – das Bier hatte ich mir redlich verdient.
Bevor ich anfange, selbst Buch zu führen, gibt es nur meine eigenen Besorgungen: Werkstattarbeit, ein Metallklumpen mit Runen für meine alte Rüstung, ein Probeknüppel für Alric Dorn. Der hat eigene Sorgen – eine verschwundene Botin, eine Erpresserbande im Hafen. Was die anderen in der Zeit trieben, kann ich nicht sagen. Ich war beschäftigt.
In der stinkenden Kanalisation von Khunchom trotzen wir der Macht eines Dschinns des Unwassers. Während Nga'Churr im Blutrausch wütet, ringen wir mit den Fluten, bis Andaryns Klinge das Verderben bannt. Kaum vom Unrat befreit, führt uns die Suche nach einem Müller zu einer zerstörten Windmühle. Dort treiben Unelementare der Luft ein grausames Spiel mit den Toten und fordern uns erneut.